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Informationen über:
Turmbesteigung und Besichtigung jeden Donnerstag von 14.00 - 16.00 Uhr möglich. Eintritt frei!

Wettercam

Kamera
Wetterkamera mit Blick vom Waldmünchner Kirchturm




Stephanskapelle vor 1350
Rekonstruktion der möglichen Form
der ehemaligen Stephanskapelle vor 1350


Abb. nach Kölner und Leinpach 1574
Abbildung nach Kölner und Leinpach
im Jahre 1574


Turm um 1644
Abbildung aus Kupferstichen
Mitte des 17. Jahrhunderts


Turm um 1850
Darstellung des Marktplatzes
zwischen 1800 und 1850


der Turm heute
Der Stadt- / Kirchturm heute







Geschichtliches über den Kirch- bzw. Stadtturm

Erstmals wurde der Kirch- bzw. Stadtturm in den Privilegienbriefen vor 1492 erwähnt. Im Jahre 1553 bis 1558 (siehe Stein mit Jahreszahl an der Turmseite - Stephansstraße) wurde der Turm erhöht.

Johann Brunner schreibt in seiner Stadtchronik:

"Zu dieser Kirche baute die Stadtgemeinde einen festen Turm als Beobachtungs- und Feuerwachturm. Daher kommt es, daß der jetzige Kirchturm immer noch Eigentum der Stadt und nicht der Pfarrgemeinde ist. Zur baulichen Instandsetzung war jedoch das Kloster Walderbach verpflichtet, weil es das Patronatsrecht auf die Kirche besaß.
Während der Zeit Reformation (1540-1625) war das Kloster aufgehoben und die Baupflicht erloschen. Daher blieb auch das Verlangen des Magistrates an das wieder errichtete Kloster Walderbach in den Jahr 1736 und 1761, die Kosten für die Reparatur des Kirchturms, oder - wie er auch hieß - "Stadtturms" zu übernehmen, wirkungslos.
Bei späteren Reparaturen jedoch z.B. im Jahr 1783 und mehrmals im 19. Jahrhundert haben nach den noch vorhandenen Stadt-Kammerrechnungen Pfarrkirchenstiftung und Stadtgemeinde zusammen die Bau- und Unterhaltungskosten getragen."

Der "Vorgängerturm" bzw. die "Vorgängerkirche"

Erstmals urkundlich erwähnt wird die Stephanskirche bzw. Stephanskapelle am 28. April 1351. Dies geht aus einer Urkunde des Klosters Schönthal hervor, die sich auf eine Kirchenerweiterung und keinen Kirchenneubau bezieht. Der Standort ist beim jetzigen oberen Teil des Mittelschiffes zu suchen (s. Grundriß mit Bauphasen). Die damalige Kapelle besaß lediglich einen westlichen Dachreiter, d.h. ein Türmchen auf dem Dach, wie es auch heutzutage bei kleineren Kirchen noch üblich ist.

Die Silhouette des Stadt- bzw. Kirchenturmes

Der Turm hatte anfangs eine quadratisch-kubische Form mit oktaetrischem Aufsatz. Der eingezogene Absatz war leicht geneigt, das abschließende Dach besaß eine achteckige Halbkuppelform mit relativ langer Wetterspitze incl. Kugel, wie sie auch heutzutage häufig anzutreffen ist. Als Dachhaut sind wohl Schindeln am wahrscheinlichsten anzunehmen, da Blech zur damaligen Zeit noch nicht so üblich war und eine Hartbedachung mit z.B. Ziegeln erst später erfolgte. (vgl. dazu Abb. nach Kölner und Leinpach im Jahre 1574).

Nach den Kupferstichen Mitte des 17. Jahrhunderts, nach Merian 1644, oder Bodenehr oder aus dem Kurbayernatlas von Ertl 1687, hat sich die Form des Turmes stark verändert. Aus dem klobig-trutzig-plumpen "Kasten" ist ein "elegant-gotisch-anmutender" schlanker Turm mit Spitzhelm entstanden. Auch die Fassade mit seinen Öffnungen (Fenstern, Schlitzen, Scharten) hat sich gewandelt. Die Dachhaut der damaligen Zeit kann mit Ziegeln, vermutlich Biberschwanzdeckung nachgewiesen werden.

Im Zuge der "Barockisierung" der inzwischen zur Stadtpfarrkirche erhobenen Kirche St. Stephan, wurde auch der Turm "angepaßt"; er erhielt eine Zwillingskuppel mit dazwischenliegender Laterne als Rundblicketage. Diese Umbaumaßnahme fand am 23. April 1783 ihr Ende. (vgl. dazu die Darstellung des Marktplatzes zwischen 1800 und 1850, vermutlich ein Steinplattendruck).

Im Jahre 1872/73 wurde die letzte große Umbaumaßnahme der Stadtpfarrkirche vollzogen. Die Planung stammte von Domkapitular und Dombaumeister Denzinger. Diese Formgebung hat sich bis heute erhalten. Die Silhouette des Turmes hat sich seit der "Barockisierung" im Jahr 1783 nicht mehr verändert.

Wissenswertes über den Türmer

Der letzte Türmer Josef Bieringer verließ 1923 den Stadtturm. Von seiner hochgelegenen Position hatte er eine gute Kontrolle über Stadt und Umland, ob der Feind heranzog, oder ob Feuer ausbrach.

Im Brandfalle bei Tage hißte er eine rote Fahne die in Brandrichtung zeigte, bei Nacht markierte er die Richtung durch eine brennende, mit einem roten Glas versehene Laterne. Bei einem Stadtbrand wurden zusätzlich die Glocken geläutet. Beim Herannahen eines fremden Reiters oder der Postkutsche gab er ein Signal auf der Trompete, deshalb der Begrifff "Signalhorn". Zog ein Gewitter auf, gab der Türmer mit seinem geweihten Wetterhorn Signale, damit die Stadt von Blitz und Hagelschlag verschont bleibe.

Der Türmer, so heißt es, mußte auch Blas- und Streichinstrumente beherrschen, damit man unter seiner Leitung bei kirchlichen und weltlichen Feiern diese musikalisch umrahmen konnte.

Der erste urkundlich erwähnte Türmer ist Michael Artmann im Jahre 1598.

Die Waldmünchner Türmer und Stadtmusikanten

Michael Artmann ab 1598
Linhart Artmann ab 1610
Sebastian Muckensturm ab1630
Großbrand i.J. 1658
der Turm ist unbewohnbar
Peter Bamberger
(Johann Christoph Bauer)
ab 1665
Jakob Deierl ab 1706
Georg Josef Eidenhart ab 1728
Josef Eidenhart ab 1760
Karl Eidenhart ab 1802
Johann Eidenhart ab 1804
Lorenz Schaller 1823
Andreas Müllner um 1850

Der Aufgabenbereich wurde 1883 geteilt in Feuerwehr und Nachschlagdienst durch Josef Bieringer und den musikalischen Dienst (Stadtkapelle) durch Johann Schiedermeier und später Johann Wagner.

Josef Bieringer verließ 1923 den Stadtturm. Durch den Eintrag in die Totenmatrikel als "letzten Turmwächter" wird die bedeutende historische und gesellschaftliche Wichtigkeit dieses Amtes dokumentarisch unterstrichen.

 

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