HilfeSitemapSucheDruckenAnfahrtKontaktWetter

 

Marktplatz um 1833 Marktplatz um 1833

Unterer Marktbrunnen
Unterer Marktbrunnen

Nepomukdenkmal
Nepomuk-Denkmal am Marktplatz

Kirche Waldmünchen
Stadtpfarrkirche St. Stephan und der Stadt-/Kirchturm.

Jugendhaus
Eingang des Jugendhauses

Schloßberg
In der Mitte der Wehr- und Pulverturm
aus dem 11. Jahrhundert,
links davon das Grenzland- und
Trenckmuseum
(das rosa Gebäude)

Historischer Spaziergang

Das Tourismusbüro unternimmt gerne mit kleinen und größeren Gruppen historische Spaziergänge.

Unser historischer Spaziergang beginnt...

in der "guten Stube" Waldmünchens, dem neu gestalteten Marktplatz mit seinen zwei historischen Brunnen. Sowohl der Brunnen in der Mitte des unteren Marktplatzes mit der Figur des hl. Josef (1790) als auch der Brunnen am oberen Marktplatz (1776) stammen aus dem Kloster Schönthal. Beide Achteckbrunnen wurden im Zuge der Säkularisation Anfang des 19. Jahrhunderts nach Waldmünchen gebracht.

Am Platz vor dem Rathaus steht das Nepomuk-Denkmal, das von den Brüdern Frank im Jahr 1769 zum Gedenken an die weitgehende Verschonung der Stadt durch die Panduren aufgestellt wurde. Es ist eines der wenigen Denkmäler, die mit einem Chronogramm versehen sind; die Großbuchstaben in der Inschrift ergeben als Summe wieder die Jahreszahl der Erbauung.

Auf der linken Seite vom Denkmal steht das stattliche Waldmünchner Rathaus, dessen Erbauungszeit nicht genau datiert werden kann. Es fiel in den Jahren 1658 und 1708 den schweren Stadtbränden zum Opfer und konnte erst 1717 wieder aufgebaut werden. 1907 wurde das Rathaus in seinem jetzigen Baustil gebaut und 1986 durch das so genannte Stadlerhaus mit einem 3-geschoßigen Keller erweitert. Vom Rathaustürmchen aus erklingt das Glockenspiel, das 1986 vom Bürgermedaillenträger Josef Dietl gestiftet wurde und das jeden Tag ihm zu Ehren seine Wunschmelodie "Die Schwirzer vom Landl" spielt. Um 17 Uhr ertönt dann zur Tageszeit passend die Melodie "is Feierabend".

Nun wandert der Blick über den Marktplatz auf die gegenüber liegende Häuserreihe. Seit dem 16. Jahrhundert hatte die Posthalterei ihren Sitz im Haus Nummer 11. Im Mai 1833 logierte dort der französische Staatsmann und Schriftsteller François-René de Chateaubriand, nachdem er nach einem Zwischenfall die Grenze nach Böhmen nicht passieren durfte. In seinen weltberühmten Memoiren beschrieb er auf 18 Seiten die Bürger, Land und Leute in Waldmünchen, sein Zimmer, die Posthalterei und andere tägliche Ereignisse während seines Aufenthalts. Zwischenzeitlich besteht mit dem Geburts- und Sterbeort Chateaubriands, der bretonischen Stadt Combourg und Waldmünchen eine Städtepartnerschaft. Für diesen Bund wurde der Stadt Waldmünchen im Jahr 2000 die Europfahne verliehen.

Nach wenigen Schritten stehen wir vor der Stadtpfarrkirche St. Stephan mit dem 44 m hohen Stadt(-Kirch)-turm. Ursprünglich wurde die neuromanische Kirche im Jahr 1351 als Stephanuskapelle erbaut. Bei den großen Stadtbränden 1658 und 1708 wurde sie bis auf die Grundmauern zerstört aber mit Erweiterungen immer wieder neu aufgebaut. Diese Erweiterungen sind an den unterschiedlichen Höhen des Fußbodens noch heute gut zu erkennen. Im Zuge der "Barockisierung" wurde der Kirchturm 1553 als Stadtturm errichtet und letztendlich dem Baustil durch die Zwiebelkuppel angepasst.

Zwischenzeitlich gibt es die beliebten Turmbesteigungen auf den Spuren des letzten Waldmünchner Türmers Josef Bieringer; 176 Stufen, vorbei an der Glockenstube und der alten Türmerwohnung bis in die sog. Laterne, von der aus man einen herrlichen Rundblick auf das Waldmünchner Urlaubsland genießen kann.

In der Kirche selbst (mit dem neu gegliederten Altarraum) gibt es noch einige Raritäten, so z.B. eine Nachbildung der Schwarzen Madonna von Tschenstochau, eine Holzfigur "Christus im Kerker" und die Ölberggruppe, beide aus dem 17. Jahrhundert, sowie Grabtafeln und den Terrakotta-Kreuzweg.

Nach dem Kirchenrundgang kommen wir zurück auf die Böhmerstraße, deren geschichtliche Bedeutung vor allem auf die Hofpostlinie (1527) von Nürnberg über Waldmünchen nach Prag zurückzuführen ist. Sie war auch eine uralte Handels- und Heeresstraße die über den Arnsteiner Pass nach Böhmen führte und die durch das Durchziehen verschiedener Kriegsheere im Lauf der Jahrhunderte Geschichte geschrieben hat.

Nach einem kurzen Anstieg erreichen wir auf der rechten Seite die Jugendbildungsstätte, die 1983 mit einem hohen Kostenaufwand gebaut wurde. Beim Bau hat man auch einen Teil der alten Stadtmauer beim sog. Böhmertor entdeckt und in das Gebäude integriert.

Das Jugendhaus, wie es allenthalben heißt, ist zwischenzeitlich zur internationalen Begegnungsstätte für Jugendliche aus aller Welt, sowie Seminarmittelpunkt für die ganze Oberpfalz geworden.

Anschließend führt der Weg über das Schlosshofensemble zur alten Burganlage, dem ehemaligen Pflegerschloss (1439 erstmals urkundlich erwähnt). Ab 1803 war es Landgericht, ab 1862 Bezirksamt, bevor es bis 1972 das Landratsamt beherbergte. Über den Treppenaufgang kommen wir zum ältesten noch erhaltenen imposanten Bauwerk, dem Wehr- und Pulverturm aus dem 11. Jahrhundert.

In Inneren des Aufganges findet man 2 Epitaphe aus dem Mittelalter und steht dann im Burginnenhof vor dem Europabrunnen mit seinen 8 Bronze-Sinnbildern: Ortsgründung, Kreuz als Symbol für das christliche Europa, Luther und Calvin für die Glaubenskriege, Beduetung Waldmünchens als Poststation auf dem "Großen Weg", Eisenhammer im 13./14. Jahrhundert, Aufenthalt Chateaubriands, Kornlieferung durch Zar Alexander I., Eisener Vorhang an der Grenze 1945 und Christbaumspende an den Papst im Jahr 1984.

Inmitten der Burganlage befindet sich die Freilichtbühne, auf der seit 1950 alljährlich das historische Festspiel "Trenck der Pandur vor Waldmünchen" mit über 300 Laienschauspielern aufgeführt wird.

Über die Burgtreppen gehen wir zurück zum Grenzland- und Trenckmuseum. In unnachahmlicher Weise präsentiert es auf drei Stockwerken abwechslungsreich und anschaulich die Schwerpunkte "Leben an der Grenze" und "Trenckgeschichte".
Der Rundgang wird zum Erlebnis: großformatige Fotos, Ton-, Filminszenierungen, Lichteffekte und Computertechnik sind ebenso zu sehen wie altes Handwerk und Abteilungen mit der Geschichte von Land und Leuten sowie im Keller eine großartige Sammlung von Svarowski-Kristallfiguren.
Zurück führt der Weg über den "Malerwinkel" und die Schlossgasse zum Marktplatz, wo wir unseren historischen Spaziergang beenden.

Für weitere Fragen, Auskünfte, Tipps oder Informationen steht Ihnen gerne das Team des Tourismusbüros am Marktplatz zur Verfügung.

Impressum